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allgemeine Info

 

Weißer Hai - die schlechte Nachricht

Die Lizenz zum Töten, trotz Artenschutz!

Südaustraliens Regierung will einen weißen Hai töten lassen und erteilt eine Sondergenehmigung dazu. Der Vater des zu Tode gekommenen Wasserskifahrers ist dagegen.

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Walhai – die gute Nachricht

Wie der Wildlife Trust of India (WTI, eine NGO, die sich mit der Rettung bedrohter Spezies in Indien beschäftigt) mitteilt, konnte ein kleiner Etappensieg errungen werden, was den Schutz der Walhaie vor der Küste des Bundesstaats Gujarat betrifft. Das Aufklärungsprogramm des WTI scheint langsam, aber sicher Wirkung zu zeigen.

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DER WALHAI (Rhincodon typus)

Chondrichthyes (Knorpelfische)
Neoselachii (Haie und Rochen)
Galea (Echte Haie, ca. 270 Arten; die andere evolutive Linie sind die Squalea, Stachelhaie und Rochen)
Ordnung Orectolobiformes (= Ammenhaiartige, 7 Familien)
Familie Rhincodontidae ( = Walhaie, nur 1 Art)

Walhai – bei diesem Wort bekommt fast jeder Taucher große Augen. Doch Begegnungen mit dem größten Fisch der Erde werden immer seltener. Grund genug sich mit diesem Riesen zu beschäftigen. In seinem Namen ist sowohl seine Verwandtschaft (= er ist ein Hai) als auch seine Ernährungsweise (= er ernährt sich wie die großen Bartenwale filtrierend, überwiegend von Plankton) enthalten.


Nützliche Links

  Ausgezeichnete Zusammenfassung der Situation der Haie von Dr. Friedhelm Krupp:
www.vdst.de/umwelt/saumwelt/projekte/pdfs/krupp.pdf
http://www.vistaverde.de/news/Natur/0406/18_walhai.php
http://www.uni-mainz.de/~hjfuchs/Philippinen/Homepage%20version%2002.07.03/fauna.html

Einige Daten und Fakten

Der Walhai ist der größte Fisch der Welt, mit einigen Metern Abstand „dicht“ gefolgt vom Riesenhai (Cetorhinus maximus), der in etwa 12 m Länge erreicht!
Sehr auffallend bei diesen Tieren ist das sehr breite, horizontale Maul, das nicht wie bei typischen Haien unterhalb der Schnauze (unterständig) liegt, sondern sich am vorderen Ende (endständig) befindet. Dies steht in Zusammenhang mit der Ernährung, ebenso wie die großen Kiemenspalten. Ebenso typisch ist die eckige Kopfform; die meisten Haie haben eine eher zugespitzte oder zumindest abgerundete Kopfform.
Graue, bläuliche oder braune Grundfärbung mit vertikalen, hellen Streifen und weissen Punkten (bzw. Tupfen), die über den gesamten Körper verteilt sind. Die Bedeutung dieser charakteristischen Musterung ist nicht wirklich geklärt, denn eine Tarnung hat ein Fisch dieser Größe wohl kaum nötig.
Analflosse vorhanden, 5 Kiemenspalten (trifft auf alle Galea zu)
Realistische Aussagen über den Bestand (Individuenzahl) sind derzeit praktisch unmöglich! Sicher ist nur, dass die Walhaie immer seltener werden, einem immer stärkeren Raubbau unterliegen und vom Aussterben bedroht sind.

Ort: Irgendein Aussenriff im Süd-Ari-Atoll auf den Malediven.
Florence sah den Walhai im Meer voller Luftblasen gar nicht: sie sprang vom Boot, verlor ihre Maske und merkte nicht, dass der Walhai direkt unter ihr schwamm.

15 Minuten lang begleiteten wir das Riesenkind (es war “nur” etwa 5 m lang und damit ein juveniles Tier) und schwammen im etwa 6 m tiefen Wasser über dem Hai. Für uns alle, das waren 14 Taucher aus Österreich, wird diese Begegnung unvergesslich bleiben. Gerade weil uns wohl bewusst ist, dass es viel zu viele skrupellose Menschen auf der Welt gibt, denen es um den momentanen Profit geht und denen Dinge wie “Artenschutz”, CITES und “vom Aussterben bedroht” völlig gleichgültig sind. Deshalb wollen wir etwas dagegen unternehmen. Nur eine entsprechende Bewusstseinsbildung in der breiten Öffentlichkeit durch Aufklärung und Druck auf die nationalen und internationalen Behörden kann etliche Haiarten vor der Ausrottung retten. Unterstützen auch Sie die Kampagne gegen das Abschlachten der Haie! Warum Haie schützenswert sind und warum handeln jetzt sofort notwendig ist, erfahren Sie im Informationsmaterial von sharkproject (www.sharkproject.de)


Wissenswertes

Warum ist der Walhai so stark bedroht?
Wegen der allgemein geringen Reproduktionrate und späten Geschlechtsreife, die für große Haiarten charakteristisch ist, sind diese besonders gefährdet. Sie ähneln in ihrer Reproduktionsbiologie eher den Meeressäugern als Fischen, sind sie doch überwiegend lebendgebärend.
Auch die Jungtiere des Walhais schlüpfen bereits im Mutterleib aus den Eiern (sehr große Eikapsel im Mutterleib mit ca. 24 x 14 x 9 cm), so dass die Weibchen keine Eier legen. Ihren über 60 cm langen Nachwuchs scheinen sie das ganze Jahr über zu bekommen, da Junge sowohl im Winter als auch Sommer in einzelnen Regionen gefunden werden. Da sie keine Dottersack-Plazenta besitzen, handelt es sich um eine so genannte aplazentale Viviparie. Die immer wieder gefundenen riesigen Eitaschen sind lediglich Frühgeburten.

Das Fleisch der Walhaie ist vor allem in Asien, aber auch in anderen Gebieten eine beliebte Delikatesse oder in ärmeren Gegenden zumindest eine willkommene Bereicherung des Speisezettels. Die große Nachfrage nach Walhai-Fleisch besonders in Taiwan und Hongkong, und die Aussicht auf über 3.000 € pro erlegtem Walhai verlocken Fischer immer wieder dazu, die Meeresgiganten zu jagen. So sind sie vielerorts bereits ausgestorben oder akut davon bedroht und finden sich heute auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten wieder.

Laut FAO-Statistiken hatte der weltweite Handel mit Haifischflossen 1976 ein Volumen von 2,5 t und erbrachte 13 Millionen €, während er im vergangenen Jahr bereits auf 4000 t und 1,1 Milliarden € angewachsen war!!! Da allerdings ein großer Teil der Fänge von offiziellen Statistiken nicht erfaßt wird, ist die tatsächliche Menge deutlich höher. Die Naturschutzorganisation WildAid (www.wildaid.org) führte vor kurzem Untersuchungen auf den Märkten Hongkongs durch und kam zu dem Ergebnis, daß das Handelsvolumen nahezu doppelt so hoch ist wie in den offiziellen Statistiken angegeben.

Walhaie können über 15 m lang und mehr als 30 Tonnen schwer werden (nur selten wesentlich mehr; die Angaben mit 18 m und 40 t sind meist übertrieben). Das längste Weibchen, das je korrekt vermessen wurde, strandete vor Mangalore (Indien), und hatte eine Länge von 12,1 m. Das grösste Männchen war von gleicher Länge, sein Fundort war Bombay (Indien). Fotografische Indizien lassen jedoch vermuten, dass es noch grössere Tiere geben muss. Ebenso wie Längenangaben sind auch Gewichtsangaben nur spärlich vorhanden. Der schwerste je gewogene Walhai (März 1994) hatte ein Gewicht von 36 000 kg.

Seine Verbreitung ist circumtropisch – rund um den Globus in tropischen Meeren, vom Lebensraum her ist er überwiegend epipelagisch (in den Oberflächenschichten des Ozeans). Bekannt sind die Migrationen der Walhaie bzw. ihr regelmäßiges Aufsuchen bestimmter Punkte (z.B. Ningaloo-Riff) mit günstigem Nahrungsangebot im Jahresverlauf. Sie nutzen dort die Planktonblüten.

Trotz – oder gerade wegen – seiner Größe ernährt sich der Walhai hauptsächlich von Plankton, weshalb er oft mit offenen Maul herumschwimmt. Es ist ja bemerkenswert, dass sich ausgerechnet die größten Lebewesen im Meer oft von den kleinsten ernähren. So ist es bei Walen, bei Rochen und auch bei Haien. Der Filterapparat befindet sich in der Kiemenregion und ist jenem von Bartenwalen vergleichbar. Der Walhai lässt das Wasser durch die Kiemen strömen, wobei das Plankton und kleinere Tiere hängen bleiben. Auch was nicht unbedingt zu Plankton zählt (also das, was sich gegen die vorherrschende Strömung aus eigener Kraft zu bewegen vermag und in der Meeresbiologie als Nekton gilt), wie etwa kleine Makrelen, Thunfische oder etwa Cephalopoden, wird gefressen. Dass der Walhai ein reiner Planktonfresser ist, trifft somit nicht zu, sehr wohl aber, dass er eine filtrierende Ernährungsweise hat. Walhaie sind aktive Filtrierer, das bedeutet, dass sie Wasser aktiv einsaugen.

Walhaie werden oft von Schiffshaltern begleitet, die entweder aktiv schwimmen oder sich am Walhai ansaugen. Das Entfernen von Parasiten ist eine der Hauptaufgaben dieser Fische.


Beziehung zum Menschen

Der Walhai verhält sich dem Menschen gegenüber – trotz seiner Größe – völlig friedlich. Tausende Taucher und Schnorchler jährlich können sich davon persönlich überzeugen. Ihr Verhalten ist durch langsames Schwimmen auf der Suche nach Nahrung an der Oberfläche geprägt. Diese Verhaltensweise wurde den Walhaien in den letzten Jahren stark zum Verhängnis, denn sie konnten dadurch leicht in großen Zahlen abgeschlachtet werden. Entsprechend wurde für Walhaie auch ein Markt erschlossen. Ein Mal mehr ist es das abstossende "Finning", das auch diese Tiere erreichte. In Taiwan existiert ein riesiger Absatz für diese Haiart, welche dort unter dem Namen "Tofuhai" angeboten werden. Verschiedene Maßnahmen sind nun im Gange, diese Tiere zu schützen und konnten in einigen Ländern bereits mit Erfolg durchgeführt werden.


Ausführliche Info aus http://www.uni-mainz.de

Eine Studie des WWF Philippinen und der Silliman Universität untersuchte 1997 den Fang und Handel mit Walhaien auf den Philippinen. Die Studie zeigte, dass 1993 nur sechs Dorfgemeinschaften Walhaie gefangen und mit ihnen Handel getrieben haben. 1997 wurden schon von 17 Dörfern Walhaie gefangen. Während 1993 jährlich pro Dorf etwa 26 Walhaie gefangen wurden, waren es 1997 nur noch 11, die an Land gezogen werden konnten (das sind rund 190 Tiere pro Jahr). Der Rückgang zeigt, dass die Menge der Walhaie in den Gewässern um die Philippinen nicht für 17 Dörfer ausreicht und die Walhai-Populationen die Verluste nicht schnell genug durch Jungtiere kompensieren können. Die Walhaie werden klassisch überfischt.
Hauptgrund dafür, dass sich der Walhaifang auf den Philippinen seit 1993 derart verbreitet hat, war das zunehmende Interesse an Walhaifleisch und die dadurch stark gestiegenen Preise. Lokale Regierungsstellen haben nun reagiert und ein Fang- und Handelsverbot für Walhaie erlassen. Da der Schutz nicht alleine durch ein Fangverbot bewirkt werden kann, wurde gleichzeitig ein Programm entwickelt, das den Ökotourismus mit dieser Haiart fördern sollte.

Im Januar 1998 sammelten sich vor Donson (Sorsogon, südliches Luzon, Philippinen) einige Walhaie. Sofort versuchte die lokale Tourismusstelle diese Region als Tourismusattraktion zu erschliessen. Medienberichte führten dazu, dass Touristen sich dieses Naturschauspiel ansehen wollten und die Bevölkerung schien davon zu profitieren. Doch die Walhaie lockten auch Fischer an. Um legale Massnahmen gegen die Fischerei in den Gewässern treffen zu können, setzte die Regierung von Donsol anfangs März 1998 ein Gesetz in Kraft, das die Walhaie in kommunalen Gewässern schützen sollte. Doch trotz dieses Gesetzes wurden 7 Walhaie getötet. Dies löste national einen Alarm aus. Ende März wurde ein nationaler Beschluss, die "Fishery Administrative Order 193", zum Schutz von Walhaien und den ebenfalls befischten Mantarochen gefasst.
Ökotourismus auf den Philippinen ist eine Alternative zur Fischerei und sollte unter allen Umständen verstärkt werden. Erste Resultate für die Jahre 1998 und 1999 sind vielversprechend.


Unterstützen Sie bitte in diesem Zusammenhang die Aktivitäten von welcher Organisation oder Initiative auch immer!

Z.B. www.sharkproject.de oder www.delphinschutz.org

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