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HAIE VOM AUSSTERBEN BEDROHT

PLORS-The Private Life of Rays and Sharks

Hintergrund und Motivation

„Ozeane beanspruchen ca. 71% der Erdoberfläche“: Ein Widerspruch in sich, denn der Name, den wir unserem Planeten gaben, „Erde“ („Earth“, „Terra“ etc.), suggeriert trockenes Land und ignoriert die Tatsache, dass der bei weitem größte Lebensraum dieses Planeten die (bisher noch relativ unerforschten) Ozeane sind. Diese namentliche Bevorzugung des wesentlich geringeren Erdanteils, des trockenen Landes, mag (für einen Landbewohner) nachvollziehbar sein, sollte uns aber nicht von der Tatsache weg führen (oder so), dass die Weltmeere einen immensen Einfluss auf das Leben an Land haben – von Ihrer Eigenschaft als „Motor“ des Weltklimas über die Bedeutung als globaler Nahrungslieferant bis hin zum natürlichen Bestandteil der Bewohner von Küstenregionen.
Der Mensch lebt somit von und mit dem Meer. Das in Anspruch genommene Recht der Nutzung zieht allerdings auch die Pflicht eines verantwortungsvollen Umgangs mit diesem Lebensraums nach sich. Dass dieses globale System empfindlichen, von uns bisher nicht vollständig verstandenen Gleichgewichten unterworfen ist, wird gerne ignoriert. Dabei steht außer Frage, dass ein tieferes Verständnis für die Funktionsweise dieses Systems und ein bewusster Umgang mit ihm langfristig den Interessen der Menschheit dienen würde.
Das Red Sea Envirnonmental Center (RSEC) hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit verschiedenen Projekten zum Verständnis und zum Schutz der Ozeane einen Beitrag zu leisten.

The Private Life of Rays and Sharks (PLORS)
(Das Private Leben der Rochen und Haie)

Der Hai ist als Top-Prädator (d.h. als Jäger an der Spitze der Nahrungskette) der Meere und damit für das ökologische Gleichgewicht unserer Ozeane unentbehrlich. Es gilt allerdings als gesichert, dass viele Haipopulationen in nur wenigen Jahren in dramatischer Weise dezimiert wurden und werden: Direkter Fang, Beifang und eine durch den Menschen verursachte Veränderung des Lebensraumes haben die Größe von manchen Populationen innerhalb der vergangenen fünf Jahre um 50 bis 80 % reduziert.
Eine Ausrottung dieses Spitzenregulators würde zu einer Dezimierung der Artenvielfalt führen, da hiermit direkt in das biologische Gleichgewicht eines Ökosystems und seine Nahrungsnetze eingegriffen wird. Die Folgen wären derzeit nicht abzuschätzen, da die Biologie und Ökologie der Haie und ihrer Verwandten, der Rochen, nicht in dem Ausmaß erforscht ist wie allgemein angenommen wird.

Die Initiatoren des Projekts möchten konkrete Schritte einleiten, um aktiv gegen die Überfischung dieser Spezies anzukämpfen und das Wissen über Ihre Bedeutung für den Lebensraum Meer zu mehren. Das RSEC plant hierfür eine Bestandserhebung der Haie für das Rote Meer. Weiterhin sollen Studien neue Erkenntnisse über Biologie, Ökologie und Verhalten der Haie im Roten Meer bringen, welche helfen können, eine akut von der Ausrottung durch Menschen bedrohte Tiergruppe zu schützen.
Mit Hilfe der gewonnenen Daten sowie durch Verhaltens- und Migrationsstudien können notwendige Schutzmaßnahmen (z. B. räumliche, zeitliche oder methodische Einschränkung von Befischungen/Tourismus) erarbeitet und durchgeführt werden.
Ein wichtiges Ziel des Projektes ist weiterhin, die einheimische Bevölkerung und die tauchenden Gäste durch Öffentlichkeitsarbeit in einer engen internationalen Zusammenarbeit über die ökologische Bedeutung dieser Tiergruppe zu informieren und somit zu sensibilisieren.
Das vorgelegte Projekt verbindet wissenschaftliche Grundlagenforschung und Freilandforschung sowie Ausbildung, Studium und Öffentlichkeitsarbeit in idealer Weise und bildet die Basis für eine langjährige Forschungsinitiative zum Habitatschutz im Roten Meer mit Schwerpunkt Haiforschung.


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